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ISBN/EAN: 978-3-949545-97-9
Einband: Paperback
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Originaltitel:
uzun bir kisin en karanlik gecesi
uzun bir kisin en karanlik gecesi
Übersetzer:
Johannes Neuner
Johannes Neuner
Auflage:
1. Auflage 2026
1. Auflage 2026
Erschienen am:
16.09.2026
16.09.2026
Sprache:
Deutsch
Deutsch
Umfang:
104 S.
104 S.
Format (T/L/B):
1 x 21 x 13.5 cm
1 x 21 x 13.5 cm
Hersteller:
Orlanda Verlag GmbH
mail@orlanda.de
Karl-Liebknecht-Str. 36
DE 04107 Leipzig
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Beschreibung
Erzählen als persönliche Befreiung und Widerstand Wovon lebt der Mensch? Luft und Wahn. Brot und Fleisch. Träume. Hoffnung. Wovon sonst? Ein türkischer Schriftsteller im Berliner Exil stößt auf eine Zeitungsmeldung über das Verschwinden eines jungen türkischen Offiziers. Getrieben von einer dunklen Vorahnung kehrt er in seine alte Heimat zurück, um dem Fall nachzugehen. Was als Nachforschung beginnt, entwickelt sich schnell zu einer Riese in seien eigene Vergangenheit. Während er tiefer in die Suche eintaucht, wird er mit einer Gesellschaft konfrontiert, die queere Identitäten verdrängt, verleugnet und homofeindliche Gewalt toleriert, statt sie konsequent zu verfolgen. Am Ende erkennt er, dass sein Platz nicht dort ist, wo er herkommt, sondern dort, wo er leben und lieben kann: in Berlin. Barbaros Altug zeichnet ein beklemmendes Bild der politischen und gesellschaftlichen Gegenwart der Türkei und erzählt zugleich von Exil, Zugehörigkeit und der Suche nach einem Ort, an dem ein selbstbestimmtes Leben möglich ist. Die kunstvoll eingearbeiteten Bezüge auf Thomas Manns 'Der Tod in Venedig' machen den Roman zu einer eindringlichen Reflexion über Identität, Erinnerung und Verlust. ' Die dunkelste Nacht eines langen Winters ist der bislang kraftvollste und tiefgründigste Roman von Barbaros Altug. [] In Altugs Sprache verbindet sich die aus Thomas Manns Literatur vertraute Melancholie mit der Fragilität des modernen Exils. [] Wie schon in seinen früheren Büchern erzählt Altug von verletzten Identitäten und verschwiegenen Vergangenheiten - von Menschen, die zwischen Erinnerung und Gegenwart nach einem Ort suchen, an dem sie bleiben können.' Beyza Umut, BirGün Kitap
Leseprobe
Am nächsten Abend trafen wir uns wieder. Amirs Stimme verschmolz mit der Istanbuler Nacht, und was ich hörte, war bedrückend und aufrüttelnd zugleich. 'Wenn wir nicht fliehen können, müssen wir erzählen', sagte er, und es klang nach Kapitulation. Flucht, Entkommen, die Suche nach Freiheit davon träumten wir alle, und manchmal mussten wir auf dem eingeschlagenen Weg wieder kehrtmachen. Doch resultierte daraus eben nicht Kapitulation, sondern jene besondere Form des Widerstands: das Erzählen. 'Sie können uns den Mund nicht verbieten', sagte Amir. 'Denn selbst wenn wir umkehren müssen, haben wir doch so viel erlebt, gesehen und gefühlt. Und unsere Geschichten sind nicht bloß Klagelieder, sie können auch Mut und Hoffnung machen.' [] 'Ich weiß', sagte er, 'es kann sein, dass ich eines Nachts plötzlich den Koffer packen und aufbrechen muss. Aber dadurch bringen sie mich nicht zum Schweigen. Die Menschen müssen von denen, die hierherkommen wollen, genauso erfahren wie von denen, die kämpfen müssen. Wenn wir schweigen, wenn man uns ignoriert, wird alles nur schlimmer.'