Details
ISBN/EAN: 978-3-8260-7631-2
Einband: kartoniertes Buch
Weitere Details
Auflage:
1. Auflage 2024
1. Auflage 2024
Erschienen am:
18.06.2024
18.06.2024
Sprache:
Deutsch
Deutsch
Umfang:
276 S.
276 S.
Format (T/L/B):
1.3 x 23.8 x 15.6 cm
1.3 x 23.8 x 15.6 cm
Hersteller:
Verlag Königshausen & Neumann GmbH
Daniel Seger
info@koenigshausen-neumann.de
Leistenstraße 7
DE 97082 Würzburg
https://verlag.koenigshausen-neumann.de/
Verlag Königshausen & Neumann GmbH
Daniel Seger
info@koenigshausen-neumann.de
Leistenstraße 7
DE 97082 Würzburg
https://verlag.koenigshausen-neumann.de/
Weitere Details
arrow_forward_ios
Opferdramaturgie nach dem bürgerlichen Trauerspiel I
Zur Viktimologie der Geschlechter in Drama, Libretto und Prosa
Beschreibung
Zwischen 1760 und 1850 werden die Gründe für noch gegenwärtige Opferdiskurse gelegt. Seit dem bürgerlichen Trauerspiel besetzt in einer expliziten Engführung zwischen Geschlecht und tragischer Funktion meist das weibliche Opfer die tragische, männliche Täterschaft komplementär die antagonistische Position: Die Dramen überhöhen die Victimae zu Sacrificia und bringen das Opfer mit der seinerzeit akuten Geschlechteranthropologie in Verbindung. Lessings Emilia Galotti hatte ein wirkmächtiges Schema geprägt, das die nachfolgende Dramatik von Lenz, Caroline Schlegel, Schiller oder Goethe, über Kleist, Werner und Grillparzer bis hin zu Hebbel, Hauptmann oder Hofmannsthal in mimetischer Anknüpfung und Absetzung fortschreibt. Oft beobachten auch Romane das enge Band zwischen Gender, Tragödie und Opfer. Bis hin zu Elfriede Jelinek, Botho Strauß oder Lars von Trier wirkt der Zwiespalt zwischen aufgeklärter Opferkritik und ästhetischem Opferkult nach. Ob die Darstellung des Opfers den Darstellungscharakter schon des realen Opfers erhellt, und damit auch die Darstellungsfunktion von Geschlecht, oder ob sie vom Opfer entfachte Leidenschaften nährt, bleibt bis heute fraglich.
Über Uwe C Steiner, Wim Peeters
Uwe C. Steiner ist Professor für Neuere deutsche Literatur und Medientheorie an der FernUniversität in Hagen. Aktuell forscht er zu Opfer und Gender, zur Literaturgeschichte der Dinge und zur Literaturgeschichte der Klänge und des Akustischen. Wim Peeters ist akademischer Rat am Institut für Neuere deutsche Literatur und Medienwissenschaft an der FernUniversität in Hagen. Aktuelle Forschungsschwerpunkte sind Literatur und Kommentar, Selbsthilfe, das Haus, Opfer und Gender.