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Die Geschichte der Coburg’schen Buchhandlung

Als Emil Ehlers 1862 seine „Buch-, Kunst- & Papierhandlung“ eröffnete, gab es noch keinen
Nord-Ostsee-Kanal, also auch keine bewundernswerte Hochbrücke,die Gaserleuchtungsanstalt
hatte gerade ihren Betrieb aufgenommen und versorgte die Gaslaternen der Stadt.
Die Festungswälle waren geschleift worden und das „Dohrnsche Institut“ wurde gegründet, eine Privatschule für Jungen, die viele Jahre später in die Christian-Timm-Realschule umgewandelt wurde.
 
Emil Ehlers konnte 1879, 16 Jahre nach der Gründung in der Mühlenstraße, die Buchhandlung
an ihren heutigen Standort Nienstadtstraße 9 umsiedeln, da die alten Räume,
die zudem noch mit einer Bilderhandlung geteilt wurden, zu klein geworden waren.

Der Buchhändler bewies Mut in unsicheren Zeiten, aber durch die Krankheit seiner Frau geriet
Emil Ehlers in große wirtschaftliche Bedrängnis und musste 1881 die Schließung seiner
19 Jahre bestehenden Buchhandlung bekannt geben.

Doch sein Vater, Heinrich Ehlers, rette der Familie den Erhalt der Firma,
wurde Inhaber und übergab seinem Sohn Emil die Geschäftsführung.
 
Der neue Besitzer verstarb jedoch schon sechs Jahre später und vermachte das Geschäft 1887
seiner Enkelin Hermine Ehlers. Nun war die Tochter von Emil Ehlers die Inhaberin und man kann über diese ungewöhnliche Situation nur spekulieren, denn Hermine Ehlers übergab die Buchhandlung schon am 1. Juli 1894 an Hans Coburg aus Stralsund.
 
Obwohl er aufgrund gesundheitlicher Probleme die Buchhandlung nur fünf Jahre führte,
hat Hans Coburg diese so geprägt, dass sie bis heute seinen Namen trägt.
Er war jedoch wohl der Literatur mehr zugetan als der Geschäftsführung und so verkaufte er die Coburg’sche im April 1899 an den Buchhändler Carl Sieke.

Dieser hatte vorher schon Buchhandlungen in Harburg und Siegen besessen und konnte mit dieser Erfahrung die Coburg’sche zu einem erfolgreichen Unternehmen in Rendsburg führen.

Er kaufte im Jahre 1907 der Stadt Haus und Grundstück ab. Daraufhin vergrößerte er die Geschäftsräume und baute das Haus so um, dass es sein heutiges Aussehen erhielt.

Carl Sieke hatte fünf Söhne, aber der älteste, der die Buchhandlung übernehmen sollte, verstarb unerwartet im Jahre 1922. Daraufhin begann der dritte Sohn,Fritz, mit 27 Jahren im väterlichen Betrieb zu lernen. 70jährig übergab Carl Sieke seinem Sohn Fritz die Geschicke der Buchhandlung, allerdings sprang „Opa Sieke“ wieder hilfreich ein und hielt den Geschäftsbetrieb aufrecht, als Fritz im Krieg als Leutnant eingezogen wurde. Nach dem Kriege führte Fritz Sieke die Buchhandlung bis ins Jahr 1968.
 
1968 wurde die über hundert Jahre bestehende Buchhandlung an den Eckernförder Buchhändler Günther Rohde verkauft. Er modernisierte 1979 die Geschäftsräume, baute den Keller zu Büroräumen um und stellte mit der Datenfernübertragung die ersten technischen Weichen in der Buchhandlung.

Aus gesundheitlichen Gründen verkaufte er die Coburg’sche Buchhandlung am
1. April 1984 an Margrit Frank, seine ehemalige Auszubildende, die lange Zeit in seinem Hause und zwischenzeitlich in Hamburg tätig war. Unter ihrer Leitung brach das Computerzeitalter in der Buchhandlung an und 1987 wurde das 125jährige Jubiläum der Coburg’schen Buchhandlung gefeiert.

Die erste Auszubildende von Margrit Frank war Katrin Priese, die am 1. August 1985 ihre Lehre begann und 1988 erfolgreich abschloss. Sie trat am 1. Februar 1992 wieder in die Buchhandlung ein und ist dort bis zum heutigen Tage tätig.

Am 1. Juni 2005 übernahm Barbara Priese die Coburg’sche Buchhandlung. Nachdem sie zunächst den Beruf der Buchhändlerin gelernt hatte, führte sie über 40 Jahre mit ihrem Ehemann Franz die Bäckerei Priese in der Torstraße, dann zog es sie wieder zu ihren buchhändlerischen Wurzeln zurück.

Und erneut gibt es eine Familienkonstellation, denn ihre Tochter Katrin Murmann, geborene Priese, die 2017 ihr 25jähriges Dienstjubiläum feiert, leitet nun das älteste Fachgeschäft Rendsburgs,
die Coburg‘sche Buchhandlung, gemeinsam mit ihrer Mutter.